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„10:30 Uhr”, sagte meine Mitbewohnerin Uli. Ich sage: 10:30 Uhr? Cooool!“. Darauf Uli: „Sorry, spaeter ging nicht.“ – Ja, so sind sie – meine Housemates! Halb elf ist naemlich hier noch Schlafenszeit. Vielleicht streunert auch schon jemand verschlafen in der Kueche rum. Aber Treffen um 10:30 Uhr? Das ist hier 'ne halbe Revolution. Haach neeee!

Jedenfalls sollte unsere Township Tour halb elf am Gardencenter starten. Pele, ein Bewohner aus den Townships, wollte uns (Anne, Uli, Jasmin et Moi) abholen. Ausserdem wollte noch ein neues Maedel aus Deutschland, Meike, mitkommen. Natuerlich rief Pele vorher an, er komme erst um elf. 100 % ein Kapstaedter - puenktlich geht nicht! Aber Pele ist hier ein Vorbild, er hat naemlich wenigstens angerufen und bescheid gegeben!!!!! Dazu spaeter mehr... (Ich sage nur Gavin!)

Wir waren in Langa, Nyanga, Khayelitsha und Philippi. Im Ersten oder Zweiten leben allein 450.000 registrierte (!) Bewohner. Alle sind natuerlich schwarz oder farbig. Dazu eine kurze Erklaerung. Nach weiss kommt farbig, dazu zaehlt jeder, der weder weiss noch schwarz ist, also Mischlinge, aber auch Inder, Asiaten, Araber etc.. Zu Zeiten der Apartheit waren alle Farbigen niedriger angesehen als die Weissen, innerhalb der Farbigen wurde abermals untergliedert. Heute versteht man unter Farbigen eher die, die nichgt ganz schwarz sind, also Mischlinge. Sie haben eher eine gute Bildung, einen Job und besserer Lebensbedingungen. Schwarze sind noch am Schlechtesten dran. Aus der Historie heraus, haben sie die meisten Nachteile erfahren und erfahren sie noch heute.

Zurueck zu den Townships: In Langa sind wir 1,5 Stunden herumgelaufen – bis in den kleinsten Ecken. Gleich am Anfang kam eine Kinderschar mir 5 – ca. 10 alten Jungen und Maedchen. Die Maedchen haben uns die ganze Tout ueber begleite (auf der Suche nach etwas, was sie abstauben koennen). Aber sehr suess!!! Haendchenhaltend sind wir also duech die „Strassen“ gelaufen. Relativ schoenen Steinhaeusern mit mini Vorgarten auf abgegrenztem Grundstueck stehen aneinandergereihte Wellblechhuetten gegenueber. Die Steinhaeuser gehoeren den Aerzten und Anwaelten (!!!!!!!!!!!!!) aus den Townships. Die Wellblechhuetten den Aermsten der Armen. Dazwischen findet sich alles an Haeuschen und „Huettchen“, was man sich so denken kann. Mann muss nur ein paar Meter weiter laufen und schon kommt man von einem Extrem ins Andere. In manchen Ecken gibt es Pfuetzen, mit gruenem Wasser. Dafuer ist der Schaum ringsrum schoen gelbbraun?! Ab und zu findet sich eine Reihe WCs am Wegrand (aehnlich Dixi – stinkt jedenfalls genauso). Ueberall rennen Hunde rum. Alte Blechtonnen werden als Oefen genutzt und in die Huetten gestellt. Das macht ehrlich sehr schoen warm! An Staenden (also Pappkisten, oder das, was davon uebrig geblieben ist) wird rohes Fleisch verkauft. Das liegt dann dort den ganzen Tag in der Sonne (Nicht LEKKER!). Ab und zu liegen noch nicht gerufte bzw. schon gerupfte Huehner auf einem Haufen oder im Dreck rum (Auch nicht LEKKER!). An jeder zweiten Ecke steht eine Art Grill mit Fleisch drauf – auch hier Volkssport (Braai – ebenfalls nicht LEKKER!). Ueberall laufen Kinder durch die „Strassen“, die Nasen laufen, manche haben Schuhe, manche nicht. Die Klamotten allerdings sehen immer recht neu aus. Von den aelteren Jugendlichen hat jeder prinzipiell ein Handy. Manche sind so teuer, dass ich nicht wissen moechte, wann die wem gestohlen wurden... In den besseren Townships sieht es eigentlich schon eher aus wie in einem kleinen Dorf mit kleinen Haeuschen, nur eben mit alten oder ungepflasterten Strassen. Die Jugendlichen rennen hier genauso rum, wie in der Stadt. Echt krass: Rechts und links der Strassenseite verschiedene Townships und gleich unterschiedliche Welten mit unterschiedliche finanziellen Verhaeltnissen. Einen Clubraum haben wir uns in einem der Townships ebenfalls angeshen. Name: „The White House“. Hier stehen kaum oder nur alte Stuehle und sonst nix an Moebeln drin, dafuer aber ein alter Pooltisch und eine Musikanlage, die bestimmt teuer war. S

olche Gegensaetze findet man hier oft. Vor den kleineren Steinhaeusern, die bestimmt nur 9 qm gross sind, steht doch oefters ein Auto (keine Rostlaube) oder die Menschen vor solchen Haeusern haben Nike- oder Pumaklamotten an. Was ich davon halten soll – keine Ahnung. Viele gehen arbeiten (eher die Farbigen), verdienen etwas, aber fuer eine Wohnung reicht es nicht. Aber Statusobjekte muessen eben auch hier her: My Car, my Cell Phone, my Shoes... und natuerlich my Girlfriend (Pele als einziger Mann mit fuenf –auch noch weissen – Frauen im Auto hat ueberall Aufmerksamkeit erregt!). Reicht eine nicht, dann eben mehrere. Prima! Die Jungs haben hier (Townships) ab 18 auch sowas wie eine Jugendweihe bzw. eher Mannweihe. Sie verlassen fuer ca. 2-4 Wochen ihr Elternhaus und gehen in ein Camp (eine Ansammlung von eher halb zerfetzten Zelten mitten in der Pampa) in der Naehe der Townships. Hier sind Maedels nicht erlaubt. Die Jungs bekommen erzaehlt, was sie fuer die Ehe wissen muessen (also quasi, was die Frau alles fuer sie machen muss. Ja, wirklich) und was sonst noch zum Mann-Sein wichtig ist. Wir fuenf Maedels haben mit Pele diskutiert, warum ein Mann mehrer Frauen und eine Frau nicht mehere Maenner haben darf. Fuer ihn geht das nicht. Nicht, weil er es ihnen goennt, aber er sagt, das geht nicht. Soviel zur Erziehung und Kultur. Naja. Bin ja Gott sei Dank nur Gast hier.

Was mir hier schon oefters passiert ist (auch in Cape Town), dass schwarze Kinder nach meiner Wasserflasche gefragt haben und diese dann begierig ausgetrunken haben (ich sage nur gelbgruenbraune Pfuetzen). In den Townships fragen manche Kids auch, ob sie in deine Handtsche schauen oder dein Handy oder deine Digicam mal genau ansehen koennen. Na KLAR! Leider muessen sich hier hier einige Kinder ihre Bildungchancen wirklich „verdienen“. Lt. Pele ist Kindesmisshandlung bzw. Prostitution v.a. in den aermeren Townships an der Tagesordnung. Da kommt der Onkel von 5 Huetten weiter und gibt gutes Geld fuer gewisse Dienste. Ab 12 Jahren ist das durchaus normal. Die Maedchen haben dann quasi immer die gleichen „Liebhaber“ – fuer mehrere Jahre. Unfassbar! Einfach unfassbar! 17:15 waren wir fertig. Also, sehr interessant! Sehr interessant.

Zum Abschied haben wir der uns begleitenden Kinderhorde Obst gekauft. Da war was los! Nix: "Baaehh! Ich will Suessigkeiten!" Die haben sich gefreut. Pele meinte, fuer einige von ihnen, ist das wahrschlich die einzige Mahlzeit an diesem Tag. Hm.... (Bilder massig im Internet. Habe keine Cam mitgenommen - die andern auch nicht. Sind ja nicht im Zoo - aehm, naja.)

 Nochmal kurz zu Kapstaedtern und deren Puenktlichkeit: Am Sonntag wollte ich FRUEH (!) mit Amelie ein zweites mal auf den Green Point Market, um super Bargains zu machen. Gavin hatte uns ja am letzten Sonntag ausgelacht, weil wir mittags – also zur Touristenzeit - auf dem Markt waren. Das sei wohl zu spaet. Deswegen wollte er mit uns diesen Sonntagt morgen hingehen. Amelie meinte schon, er gehe Sonntag morgens in die Kirche, es wird also eher spaeterer Vormittag werden. 14 Uhr waren Sie da. Nicht doch! Der Wahnsinn! Einfach unbelievable!!!!! Hier wartet man dann uebrigens einfach. Ein informativer Anruf ist hier unueblich – das mal am Rande rewaehnt. Aber da supergeiles Wetter war, hat mich und Anne das wenig gestoert. Wir haben einfach fuer den ganzen Tag faul auf der Terasse in der Sonne gelegen und unsere Hautfarbe etwas aufgebessert. 14 Uhr ging es also los... Knappe 50 Euro sollte ich am Ende ausgegeben haben. Ne Menge! Aber wieder einmal ist klar: Wer nicht handelt, verliert! 50% sind drin! Da wir so spaet waren, haben wir dann den Schlussrabatt mitgenommen. Einige, die noch nicht viel an diesem Tag verkauft haben, geben dann hohe Rabatte, nur um etwas Bargeld in die Kassen zu bekommen. Die Spitze waren 40 Rand fuer einen Guertel nach dem ersten Preisangebot von 200 Rand! Das nenne ich mal einen Rabatt! Das kann sich Germany mit seinen 3 % mal ne Scheibe abschneiden. Hehe! Jedenfalls muss Sven jetzt mit zwei Koffern anruecken. Der zweite ist fuer den Ruecktransport meiner Souvernirs bestimmt! Grins.




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